| 1722 |
Familien der Böhmischen Brüder
aus Mähren siedeln auf dem oberlausitzer Gut des
Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf.
die Siedlung erhält den Namen Herrnhut
("unter der Hut des Herrn") und wird bald Anziehungspunkt
für viele verschiedene Menschen: Es entsteht ein
neuer Gemeindetyp, die "Herrnhuter Brüdergemeine"
(ohne D!) |
| 1736 |
August der Starke von Sachsen
tritt aus politischen Gründen zur katholischen Kirche
über (um polnischer König zu werden), duldet
aber nur die großen Kirchen - also die römisch-katholische
und die evangelisch-lutherische. - Und weist Zinzendorf
aus Sachsen aus. Ein großer Teil der Gemeinde begibt
sich auf Wanderung ("Pilgergemeinde") und erreicht
schließlich die Wetterau:
Das Flüchtlingslager Ronneburg und
das Schloss mit Kloster Marienborn |
| 1738 |
Der Graf Ernst Casimir von
Ysenburg-Büdingen erlaubt die Errichtung
einer Siedlung bei Vonhausen auf dem Haagberg, die den
Namen "Herrnhaag" (= vom Herrn
gehegt und behütet). Die Siedlung vergrößert
sich schnell, hat wirtschaftlichen Erfolg und ist durch
ihr religiöses Leben bekannt und attaktiv. |
| 1749 |
Die fröhliche Frömmigkeit
der Brüdergemeine zeigte allerdings neben ihrer Anzeihungskraft
vor allem auf Jugendliche auch ihre Schattenseiten durch
fromme Übertreibungen, so dass sogar Zinzendorf diese
Auswüchse in einem "Strafbrief" vom Februar
1749 strikt verbietet. |
| 1750 |
Die Siedlung Herrnhaag hat zu dieser
Zeit ca. 18 Häsuer und 1000 Einwohner.
Der Nahfolger von Graf Ernst Casimir, sein Sohn Gustav
Friedrich von Ysenburg-Büdingen und sein
Regierungsrat Christian Friedrich Brauer verlangen von
den Brüdern den Untertaneneid
und die Abkehr von Zinzendorf. Grund war u.a.: Konkurrenz,
wirtschaftlicher Erfolg, religiöse Anziehungskraft
neben den Großkirchen oder dem sehr ernsthaften
strengen Pietismus.
Das lehnen die Brüder - denn nur die Männer
waren angesprochen - geschlossen mit ihrer Unterschrift
ab - und diese wurden voll und ganz von den Frauen auf
dem Herrnhaag unterstützt!
Die Regierung in Büdingen reagiert mit dem Emigrationsedikt
vom 12.Februar 1750 und setzte eine Frist von
drei Jahren. |
| 1753 |
Der Auszug der Herrnhuter ist
beendet, aber noch bis 1774 werden noch Menschen auf
dem Gottesacker begraben. |
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Seit dieser Zeit diente die Siedlung:
- als Sommerresidenz der Grafen Ysenburg-Büdingen
- als Textilmanufaktur
- als Truppenlager für Napoleons Truppen
- als Lager für religiöse Flüchtlinge
- als Quartier für den Reichsarbeitsdienst
- als Lager für französische Gefangene
- als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus
dem Osten
- und immer wieder als Lager für Baumaterialien
aller Art
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| 1931 |
Verkauf an die Familie Ditzel |